Jahreshauptversammlung am 27. Februar 2026

Heimatkundlicher Verein wird 40 und plant feierlichen Festabend

Verein blickt zurück und in eine ungewisse Zukunft– Launige Lesung von Autor Albert Rosenegger

Surberg Mit dem 40jährigen Jubiläum steht eine große Feierlichkeit ins Haus beim Heimatkundlichen Verein (HKV) Surberg, der mit einem abwechslungsreichen Festabend gefeiert werden soll. Vorsitzender Manfred Schallinger gab bei der Jahreshauptversammlung im Pfarrheim erste Programmeinblicke und Schriftführer Hans Schießl blickte auf das vergangene Vereinsjahr zurück. Beide hielten eine launige Lesung zum Surberger Gemeindegebiet von Autor Albert Rosenegger.

Die Mitgliederzahl blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil bei 113, wobei sich das Durchschnittsalter im 60er Bereich bewege und Beitritte jüngerer Interessierter ausblieben, was Vorsitzenden Manfred Schallinger für die Zukunft des Vereins nachdenklich stimmte. Dennoch bemerkte er scherzhaft: „Also muss man feiern, so lange es den Verein noch gibt!“. Im April ist zum 40jährigen Bestehen ein feierlicher Festabend geplant und Schallinger gab schon einmal einen kleinen Einblick in das Programm. Für einen Höhepunkt des Abends ist ein Filmzusammenschnitt aus Originalaufnahmen der 1200-Jahr-Feier von 1990 geplant.

Schriftführer Hans Schießl informierte in seinem Bericht zum abgelaufenen Vereinsjahr über den Ausflug zur Gedenkstätte Mühldorfer Hart, wo Günter Schodlok von entsetzlichen Zuständen erzählte, als dort kurz vor Ende des 2. Weltkrieges mit tausenden KZ-Zwangsarbeitern noch eine riesige Bunkeranlage entstehen sollte. In seinen weiteren Ausführungen sprach Schießl von der traditionellen Marienandacht an der Schneiderkapelle, dem Ausflug in die Freilassinger Lokwelt im Rahmen des Kinderferienprogramms und dem „Ratschkaffä“, wo es kuriose und lustige Erzählungen zum Thema „Wirtshausgschichten“ zu hören gab. Zudem machte sich die beliebte Grenzwanderung entlang des Surberger Gemeindegebiets letztjährig bereits auf die fünfte Etappe von Ried über den 740 hoch gelegenen Surbergbichlpass nach Knappenfeld.

Außerdem war die Vorstandschaft, ergänzte Manfred Schallinger, zu Besuch bei dem Surberger Künstler Hans Brunner, der derzeit für das Münchner Kunstmuseum „Glyptothek“ eine große Marmorfigur erstellt. Bereits fix in diesem Jahr im Vereinskalender, informierte der Vorsitzende, stünden ein Besuch zum Bergbaumuseum Achthal, das nächste „Ratschkaffä“, mit der sechsten Etappe, der letzte Teilabschnitt der Surberger Grenzwanderung sowie die Teilnahme mit einem Infostand am Aktionstag „Surberg Verein(t).

Schatzmeisterin Maria Hollinger gewährte einen detaillierten Einblick in die Vereinskasse, berichtete über ein leichtes Plus und einem stabilen Kontostand.

Als sehr bedeutend sehe Bürgermeister Michael Wimmer den Heimatkundlichen Verein, der mit seinem Wirken die Entwicklung der Gemeinde für die Nachwelt sichtbar mache und zeigte sich bezüglich Vereinszukunft zuversichtlich, könne der Verein doch beim großen, für Oktober geplanten Präsentationstag der Ortsvereine „Surberg Verein(t)“ sicherlich Neumitglieder akquirieren.

„Alles kann man haben in Surberg“ lasen Manfred Schallinger und Hans Schießl am Ende der Versammlung aus dem von Albert Rosenegger sorgfältig recherchierten und mit Fotos hinterlegten Text „Ironischer Streifzug durch das Surberger Gemeindegebiet“. Rosenegger hatte diesen 2011 zum 25-jährigen Vereinsjubiläum vorgetragen. Eingebettet in eine Sprache voller Charme und Witz erzählte der Text vom thronenden, weithin sichtbaren Surberg mit Lauter auf dem gegenüberliegenden Höhenzug und dem dazwischen gelegenen Tal, durch welches sich die namensgebende „Sur“ schlängelt. Rosenegger’s Zeilen spazierten launig durch diesen Landstrich und bedienten die Historie der Landgemeinde ebenso, wie die Vita verschiedener Bauten.

Unbekümmert und schneidig umrahmten Georg Wendlinger jun. an der Ziach und Michi Mühlbacher an der Gitarre die Versammlung musikalisch.                     

Bericht: Maria Zillner      


40 Jahre Heimatkundlicher Verein Surberg mit gelungenem Jubiläumsabend gefeiert

Vereinsgeschichte begann als Surberg 1200 Jahre alt wurde

Im April 1986 gegründet wurde der Heimatkundliche Verein Surberg jetzt 40 Jahre alt. Mit einem gelungenen Festabend beging der Verein dieses Jubiläum im geschmackvoll mit Blumen und alten bäuerlichen Gegenständen dekorierten vollbesetzten Lauterer Wirtshaussaal. Als Höhepunkt wurde ein Film von der 1200-Jahr-Feier aus dem Jahr 1990 gezeigt sowie die Gründungsmitglieder geehrt.

„Wenn wir uns damals im Klaren gewesen wären, was da auf uns zukommt“, beklagte Vorsitzender Manfred Schallinger in seiner Festrede schmunzelnd die Anfänge des Vereins. Begonnen hatte alles im Dezember 1985, wo sich „angeregt und infiziert“ vom damaligen Pfarrer Karl Stadler und Ortsheimatpfleger Willi Mattes, mit Altbürgermeister Josef Hofbauer, Georg Wimmer und seiner Person, informierte Schallinger, anlässlich des abzeichnenden 1200-jährigen Jubiläums der Gemeinde Surberg ein Arbeitskreis zur Erstellung eines Heimatbuch erstmals traf. Diese Mammutaufgabe sei aber in so kleiner Runde nicht zu bewerkstelligen gewesen, sodass es in Folge am 04. April 1986 zur Gründung des gemeinnützigen Vereins, mit 39 Gründungsmitgliedern kam. Ein 14köpfiger Redaktionsausschuss arbeitete in Folge vier Jahre unter Hochdruck und konnte schließlich am 27. Juli 1990 das 358 Seiten starke Surberger Heimatbuch zur Buchvorstellung präsentieren. Im August 1990 beging die Gemeinde Surberg die 1200-Jahr-Feier, wobei vor allem der Festsonntag mit dem von Kardinal Joseph Ratzinger zelebrierten Gottesdienst, dem anschließenden von gefühlt der ganzen Gemeinde gestalteten Festumzug sowie dem unglaublichen Wetterglück, die einmalige Festwoche prägten. Trotzdem das Vereinsziel mit der Heimatbuchfertigstellung erreicht gewesen wäre, blieb der Verein bestehen. Seither widmet er sich unermüdlich heimatlichen Forschungsarbeiten, unternimmt Exkursionen, veranstaltet Vorträge oder veröffentlicht Jahreshefte.

Ehrenvorstand und Gründungsmitglied Herbert Klein erklärte in seinem Grußwort die Zusammenhänge, warum insgesamt 42 Orte im Landkreis Traunstein damals gleichzeitig 1200 Jahre alt wurden.

Seit nunmehr 40 Jahren mache der Heimatkundliche Verein Surberg die Spuren der Vorfahren sichtbar und halte sie am Leben, stellte Bürgermeister Michael Wimmer würdigend fest. Der Verein gebe zudem das Wissen zur Heimatgeschichte weiter, was, zeigte sich der Rathauschef überzeugt, Verbundenheit zwischen den Generationen schaffe. Als Zeichen der Wertschätzung übergab er Vorstand Manfred Schallinger einen Zuschuss von 400.—Euro für die Vereinsarbeit.

Der Höhepunkt des Abends, die Vorführung des Films „1200-Jahrfeier-Surberg“ weckte bei den älteren Besuchern viele Erinnerungen, gewährte den Jüngeren Einblicke in die damalige Zeit und erhielt lautstarken Applaus. Bella Schießl hatte das knapp vier Stunden lange, von über zwei Dutzend Hobbyfilmern vorliegende Filmmaterial von 1990 aufwändig modern bearbeitet und auf 47 Minuten komprimiert. Gemeinsam mit ihrem Mann Hans, der die Musik im Film auswählte, gelang den Beiden ein einmaliges filmisches Zeitdokument.

Bei den Ehrungen sprach zweite Vorsitzende Gerti Renz gemeinsam mit Bürgermeister Michael Wimmer den beiden Urvätern des Vereins, Manfred Schallinger und Georg Wimmer sowie 15 weiteren Gründungsmitgliedern und drei im Gründungsjahr 1986 beigetretenen Mitgliedern ihre herzliche Gratulation aus und überreichte ein Buchpräsent.

Mit ausgewählten launigen Texten und Gedichten führten Hans Schießl und Maria Zillner als Sprecher durch den Jubiläumsabend. Für die musikalische Umrahmung sorgten die vier jungen Dirndl der „Oimröserlmusi“ sowie die vier gestandenen Männer des „Surberger Klarinettenquartett‘s“. Bassklarinettenspieler Georg Wimmer hatte sich zu diesem Anlass extra einen „Geburtstagsmarsch“ einfallen lassen, den er mit seinen Musikerkollegen quasi als „Geburtstagstanderl“ uraufführte.                                                               

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Ehrenvorstand und Gründungsmitglied Herbert Klein (links) führte als erster Vorstand 30 Jahre die Geschicke des Heimatkundlichen Vereins und übergab dieses Amt 2016 an Manfred Schallinger (rechts), der gemeinsam mit Ehrenmitglied Georg Wimmer (Mitte) zu den Urvätern des Vereins gehört.

 

 

Sie gehören zu den Gründungsmitglieder bzw. sind im Gründungsjahr vor 40 Jahren dem HKV beigetreten:

Vorne von links – Karl und Anna Rosenegger, Johann Schallinger, Hans Wimmer, Herbert Klein, Alois Lankes und Georg Wendlinger sen.

Oben von links – Max Schrobenhauser, Maria Hollinger, Alfons Burghartswieser, Max Lackner, Hans und Maria Lackner, Franz Schallinger, Rosa Wimmer, Manuela Steiner, Ursula Schallinger, Georg Wimmer und Manfred Schallinger, nicht auf dem Bild Josef Lackner

 


Kontakt

Heimatkundlicher Verein Surberg

Vorstand: Manfred Schallinger